Die Sommernacht in Düsseldorf lag schwer und warm über der Stadt, die Luft war gesättigt vom Duft blühender Linden und dem leisen Rauschen des Rheins in der Ferne. Ich, Lukas, 19, Student der Wirtschaftswissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität, schlenderte durch die Straßen der Altstadt, auf dem Weg zu einer Party in einer Altbauwohnung nahe der Königsallee. Solche Partys waren legendär – eine Mischung aus Studenten, Künstlern und Leuten, die einfach nur Spaß suchten. Ich war nicht der Typ, der sich groß vorbereitete. Ein schwarzes T-Shirt, Jeans, Sneaker – das reichte. Alles in meinem Leben kam irgendwie von selbst: gute Noten trotz minimalem Aufwand, ein Stipendium für “innovative digitale Projekte” (aka Gaming), sogar die Einladungen zu solchen Partys.
Meine Schwester Anna war das Gegenteil. 20 Jahre alt, ein Jahr älter, aber durch ihr freiwilliges Jahr bei einer Umweltorganisation waren wir nun beide Erstsemester. Anna war die Perfektion in Person: fleißig, diszipliniert, immer ehrenamtlich unterwegs, wenn sie nicht gerade in der Bibliothek lernte oder im Fitnessstudio trainierte. Sie war diejenige, die für alles arbeitete – und ich der, der es einfach bekam. Kein Wunder, dass wir uns nicht ausstehen konnten. Seit wir Kinder waren, gab es diese Spannung zwischen uns, ein stummer Wettkampf, den keiner ansprach. An der Uni gingen wir uns aus dem Weg. Düsseldorf war groß genug.
🔒 Geschichte im Buch erhältlich

Du kannst sie nun dort im E-Book lesen.
Weil Amazon für 90 Tage eine Exklusivität verlangt, müssen wir die Geschichte in diesem Zeitraum deaktivieren.
Nach Ablauf der 90 Tage ist die Story wie gewohnt wieder direkt auf unserer Seite für dich lesbar. Danke für dein Verständnis! 💖



