Ich (w, 24) hatte schon ein paar Wochen mit Lukas gechattet, bevor er mich einlud. Er war älter, so Mitte dreißig, hatte was im Kopf, wirkte selbstsicher und schien genau zu wissen, was er wollte. Unsere Gespräche wurden mit der Zeit immer lockerer, immer freizügiger, bis er mich eines Nachts fragte, ob ich am Wochenende zu einer Party bei ihm vorbeikommen möchte.
Was für ‘ne Party? hatte ich zurückgeschrieben.
Es dauerte ‘ne Weile, bis seine Antwort kam. Mein Herz schlug schneller, während ich auf den Bildschirm starrte.
*Ich will ehrlich zu dir sein. Es ist ‘ne Sexparty. Du kannst auch einfach nur zusehen, wenn du dich dabei wohler fühlst. Kein Druck, keine Erwartungen. Aber ich glaube, es könnte dir gefallen.*
Mein Puls raste, während ich seine Nachricht las. Klar, ich hatte schon mal drüber nachgedacht, nachts im Bett, wenn ich allein war und meine Finger wanderten. Aber sowas wirklich zu machen? Das war ‘ne ganz andere Nummer, das war nicht mehr nur Fantasie, das war real.
*Ich weiß nicht,* tippte ich. *Ich hab sowas noch nie gemacht.*
*Ich weiß. Und genau deshalb lade ich dich ein. Ich glaube, du bist neugierig. Ich glaube, du willst diese Seite an dir ausprobieren. Aber nur, wenn du willst. Die Entscheidung liegt ganz bei dir.*
Die nächsten zwei Tage konnte ich an fast nichts anderes denken. Jedes Mal, wenn ich mir einredete, es nicht zu machen, spürte ich dieses Kribbeln im Bauch, diesen Drang, es doch zu wagen. Am Freitagabend tippte ich schließlich ‘ne Nachricht.
*Okay. Ich komm. Aber ich schau nur zu.*
*Perfekt. Ich schick dir die Details.*
Und jetzt stand ich da, Samstagabend, vor seinem Altbau in Berlin-Kreuzberg, mein Finger schwebte über der Klingel, und ich kämpfte innerlich mit mir, ob ich drücken oder abhauen sollte. Ich trug ein schwarzes Kleid, kürzer und enger, als ich’s normalerweise tragen würde, und darunter Dessous, die ich extra für heute gekauft hatte – obwohl ich mir die ganze Zeit einredete, dass ich ja nur zusehen wollte.
Ich drückte die Klingel.
„Komm hoch“, knackte Lukas’ Stimme durch die Gegensprechanlage. „Vierter Stock.“
Die Wohnung war der Hammer. Hohe Decken, rohe Backsteinwände, warmes Licht von dimmbaren Lampen, moderne Möbel, die den Raum in kleine, intime Ecken unterteilten. Als ich ankam, waren vielleicht zwölf Leute da, die meisten älter als ich, alle gut gekleidet, irgendwie elegant. Ich war erleichtert, dass auch andere Frauen da waren, und die wirkten alle selbstbewusst, wie als würden sie hierhergehören.
Lukas begrüßte mich an der Tür mit einem Lächeln, das mich sofort beruhigte, und einem Kuss auf die Wange, der meine Haut zum Prickeln brachte. „Schön, dass du da bist“, sagte er. „Was zu trinken?“
„Unbedingt.“
Er reichte mir ein Glas Weißwein und stellte mich ein paar Leuten vor. Alle waren nett, ganz normal, redeten über Jobs, Reisen, coole Restaurants – wie auf jeder anderen Cocktailparty. Ich entspannte mich langsam, nippte am Wein und ließ den Abend auf mich wirken.
Aber je später es wurde, desto mehr veränderte sich die Stimmung. Paare rückten näher zusammen, Hände wanderten über Hüften, Lippen fanden sich. Ich sah, wie eine Frau auf der anderen Seite des Raumes sich auf den Schoß ihres Partners setzte, sich an ihm rieb, während er ihre Oberschenkel streichelte. Ein anderes Paar verschwand in einem der Zimmer.
Es wurde heiß in mir, mein Körper reagierte, ohne dass ich was dagegen tun konnte. Das hier passierte wirklich.
Ich zog mich irgendwann in einen der größeren Räume zurück, wo sich schon ein paar Leute versammelt hatten. Auf einem breiten Bett lag ein Paar, er auf dem Rücken, sie auf ihm, bewegte sich langsam, ihr Kopf nach hinten geworfen, während sie leise stöhnte. Ich blieb in der Nähe der Tür stehen, konnte den Blick nicht abwenden, mein Weinglas vergessen in der Hand.
Da spürte ich jemanden neben mir. Ich drehte mich um und sah eine Frau, vielleicht Anfang vierzig, mit langen, dunklen Haaren und Kurven, die durch ihr halbtransparentes schwarzes Negligé kaum zu übersehen waren. Ihre Brüste waren voll, drückten gegen den dünnen Stoff, und ihre Augen hatten etwas Wissendes, etwas, das mich sofort nervös machte – und erregte.
„Das erste Mal hier?“ fragte sie mit einem Lächeln, das sagte, dass sie die Antwort schon kannte.
Ich nickte, plötzlich unsicher, wo ich hinschauen sollte.
„Ich bin Julia“, sagte sie und legte eine warme Hand auf meinen Unterarm. „Du musst nicht nervös sein. Hier wollen alle nur eins: sich gut fühlen und andere glücklich machen.“
„Ich schau nur zu“, sagte ich schnell, fast wie eine Entschuldigung.
„Klar“, antwortete sie, ihre Hand glitt von meinem Arm zu meinem unteren Rücken, eine leichte, aber bestimmte Berührung. „Zusehen kann auch verdammt heiß sein, oder?“
Sie führte mich weiter in den Raum, zu einem kleinen Sofa, das uns perfekte Sicht auf das Paar auf dem Bett bot. Julia setzte sich dicht neben mich, ihr Oberschenkel drückte gegen meinen, ihre Hand lag wie selbstverständlich auf meinem Bein. Mein Herz schlug schneller, ich spürte die Wärme ihrer Haut durch den Stoff meines Kleides.
Ein Mann kam zu uns, groß, mit graumelierten Haaren, offensichtlich mit Julia zusammen, so vertraut, wie er sie berührte. Er setzte sich auf ihre andere Seite, aber seine Blicke wanderten immer wieder zu mir, durchdringend, neugierig.
„Das ist Stefan“, sagte Julia. „Mein Mann.“
„Freut mich“, stammelte ich, mein Mund trocken.
Wir schauten gemeinsam zu, wie die Szene auf dem Bett intensiver wurde. Die Frau bewegte sich jetzt schneller, ihr Stöhnen füllte den Raum, mischte sich mit dem leisen Gemurmel und den anderen Geräuschen um uns herum. Ich spürte, wie ich feucht wurde, wie mein Atem kürzer ging. Julias Hand wanderte höher, streichelte die Innenseite meines Oberschenkels, ganz langsam, fast spielerisch.
„Gefällt dir das“, flüsterte sie mir ins Ohr, so nah, dass ich ihren warmen Atem spürte. Es war keine Frage.
Ich nickte, unfähig, was zu sagen.
Stefan bewegte sich neben Julia, und ich bemerkte, wie er seine Hose öffnete. Mein Blick zuckte kurz zu ihm, ich konnte nicht anders. Er zog seinen Schwanz heraus, schon hart, dick, und begann, sich langsam selbst zu streicheln, während er das Paar auf dem Bett beobachtete. Aber ich spürte, dass er mich ansah, dass seine Augen immer wieder zu mir huschten.
Julia bemerkte meine Reaktion. „Du kannst ihn anfassen, wenn du willst“, sagte sie leise, ihre Hand jetzt gefährlich nah an der Stelle, wo mein Kleid endete. „Er würde das mögen.“
Mein Herz hämmerte in meiner Brust. Das war der Moment. Ich könnte Nein sagen, mich an meinen Plan halten, nur zuzusehen. Aber mein Körper hatte längst entschieden. Meine Hand zitterte ein bisschen, als ich sie ausstreckte und ihn umfasste. Er fühlte sich heiß an, fest, lebendig. Stefan stöhnte leise, und Julia gab einen zufriedenen Laut von sich.
„Genau so“, murmelte sie. „Fühlt sich gut an, oder?“
Das tat es. Ich begann, ihn zu streicheln, langsam, so wie er es selbst getan hatte. Mein Blick wechselte zwischen seinem Schwanz in meiner Hand und dem Paar auf dem Bett, das sich jetzt noch wilder bewegte. Die Luft war schwer vor Lust, vor Geräuschen, vor diesem Gefühl, dass hier alles erlaubt war.
„Warum nimmst du ihn nicht in den Mund?“ schlug Julia vor, ihre Stimme weich, lockend, während ihre Finger mich jetzt durch den Stoff meiner Unterwäsche streichelten, genau da, wo ich es am meisten wollte. „Ich wette, du bist richtig gut darin.“
Ich sah sie an, dann Stefan, dann wieder zum Bett, wo sich inzwischen eine dritte Person dazugesellt hatte. Der Raum war erfüllt von diesem Rausch, von Leuten, die sich einfach fallen ließen. Und ich wollte das auch. Ich hatte es gewollt, seit Lukas mich eingeladen hatte. Vielleicht sogar länger.
Ich rutschte vom Sofa runter, kniete mich vor Stefan, meine Hände auf seinen Oberschenkeln. Ich beugte mich vor, ließ meine Zunge über seine Länge gleiten, vorsichtig erst, dann mutiger. Er schmeckte sauber, männlich, und das Geräusch, das er machte, als ich ihn in den Mund nahm, schickte eine Welle von Macht und Lust durch mich hindurch. Julia kniete sich neben mich, ihre Hand in meinem Nacken, leitete mich, zeigte mir, wie er es mochte.
„Perfekt“, flüsterte sie. „Du bist ein Naturtalent.“
Kurz darauf küsste sie mich, ihre Zunge in meinem Mund, während Stefans Schwanz zwischen uns war, glitschig und heiß. Ihre Hände wanderten über meinen Körper, zogen an meinem Kleid, bis es hochgerutscht war und die Dessous darunter freilegte, die ich extra ausgesucht hatte. Schwarze Spitze, die kaum was verbarg.
„Du bist wunderschön“, hauchte sie, ihre Finger strichen über meine Hüften, meinen Bauch, bis sie unter den Stoff schlüpften und mich direkt berührten. Ich keuchte auf, meine Nerven zum Zerreißen gespannt.
Stefan zog mich zurück aufs Sofa, positionierte mich so, dass ich auf allen Vieren vor ihm war, mein Hintern ihm zugewandt, während Julia sich unter mich legte, ihre Lippen an meinen Brüsten, ihre Zunge an meinen Nippeln. Ich zitterte, als ich spürte, wie Stefan hinter mir seine Position fand, wie er den dünnen Stoff meines Slips beiseiteschob. Und dann drang er in mich ein, langsam, aber bestimmt, füllte mich aus, bis ich laut aufstöhnte. Es war überwältigend, diese Mischung aus Julias Mund an meiner Haut und Stefan, der sich in mir bewegte, mit tiefen, kontrollierten Stößen.
Ich spürte Blicke auf mir, wusste, dass andere uns zusahen. Hände streichelten über meinen Rücken, meine Seiten, fremde Finger, die mich erkundeten. Es war, als würde ich in diesem Moment ganz zur Mitte des Geschehens werden, als würde jeder im Raum Teil dieses Wahnsinns sein. Julia blieb bei mir, ihre Lippen fanden meine, sie küsste mich tief, während Stefan das Tempo steigerte, seine Hände fest an meinen Hüften. Meine Knie zitterten, mein ganzer Körper war ein einziges Brennen, ein Drängen nach mehr, nach diesem Höhepunkt, der sich unaufhaltsam aufbaute.
„Lass los“, flüsterte Julia gegen meine Lippen, ihre Stimme heiser vor Lust. „Zeig uns, wie gut es sich anfühlt.“
Und das tat ich. Als es mich überrollte, war es, als würde alles um mich herum verschwinden. Ein Schrei entwich mir, mein Körper bebte, während Stefan sich noch ein paar Mal in mir bewegte, bevor auch er kam, ein tiefes, animalisches Stöhnen, das durch den Raum hallte. Julia hielt mich, streichelte mich, ihre Hände überall, während ich langsam wieder zu mir kam, schwer atmend, verschwitzt, völlig erledigt – aber auf die beste Art und Weise.
Ich lag da, zwischen ihnen, mein Kopf auf Julias Schulter, Stefans Hand noch auf meinem Bein, während mein Herzschlag sich beruhigte. Die Geräusche im Raum – Stöhnen, leises Lachen, geflüsterte Worte – wurden wieder lauter, aber ich war in diesem Moment einfach nur da, gefangen in dem Nachglühen, in dem Gefühl, etwas völlig Neues erlebt zu haben.
Ich wusste, dass ich gerade eine Grenze überschritten hatte, eine, die ich mir selbst gesetzt hatte. Aber es fühlte sich nicht falsch an. Es fühlte sich an wie ein Erwachen, wie etwas, das ich schon immer in mir hatte, aber nie zugelassen habe. Und in diesem Moment, umgeben von der Wärme dieser beiden Menschen, war ich einfach nur dankbar, dass ich den Schritt gewagt hatte.
