Es war einer dieser Abende, die man nicht so schnell vergisst. Die Luft war schwer von Alkohol, Gelächter und dem dumpfen Bass, der aus den Boxen hämmerte. Ich stand mit einem Bier in der Hand an der Wand einer überfüllten Wohnung irgendwo in Kreuzberg, während die Party um mich herum tobte. Ich kannte die meisten Leute nur flüchtig – Freunde von Freunden, Kollegen aus dem Büro, ein typischer Berliner Mix. Doch dann passierte etwas, das mich aus der Bahn warf.
Ein Typ, nennen wir ihn Jonas, stand in der Ecke und wurde von einer Gruppe Frauen und deren Typen lautstark gedemütigt. Sie machten sich über ihn lustig, ließen dämliche Sprüche über seine Männlichkeit ab, und die Lacher der Umstehenden stachen mir ins Herz. Jonas’ Gesicht war rot vor Scham, seine Hände verkrampften sich in den Taschen seiner Jeans, und doch sagte er kein Wort. Später erfuhr ich, dass er mit einer der Frauen, die jetzt am lautesten lachte, mal was gehabt hatte. Was für eine Scheiße. Ich konnte das nicht ertragen. Als Jonas schließlich die Flucht ergriff und die Wohnung verließ, stellte ich mein Bier ab und folgte ihm.
Draußen war es kühler, die Nachtluft biss in meine Haut, während ich ihn auf der Straße einholte. „Hey, warte mal“, rief ich. Er drehte sich um, die Augen misstrauisch, die Schultern hochgezogen. „Was die da drinnen abgezogen haben, war echt unterste Schublade. Tut mir leid, dass du das mitmachen musstest.“ Er zuckte nur mit den Schultern, murmelte ein leises „Schon gut“, aber ich sah ihm an, dass es ihn fertiggemacht hatte. „Kannst du mich vielleicht mitnehmen? Ich hab keine Lust mehr auf die Party“, fragte ich, obwohl ich eigentlich kein Auto brauchte. Ich wollte einfach nicht, dass er jetzt allein war. Er zögerte, nickte dann aber. „Klar.“
Wir fuhren schweigend durch die nächtlichen Straßen Berlins, vorbei an den grellen Lichtern der Kneipen und den Graffitis an den Hauswänden. Als wir vor meiner kleinen Altbauwohnung in Friedrichshain anhielten, drehte ich mich zu ihm. „Willste noch mit reinkommen? Nur so, auf ’nen Kaffee oder so.“ Meine Stimme war locker, aber mein Herz schlug schneller. Jonas sah mich an, unsicher, fast als würde er erwarten, dass ich ihn auch auf den Arm nehme. Doch dann stieg er aus.
In meiner Küche war es still, nur das leise Summen des Kühlschranks war zu hören. Ich schenkte uns beiden ein Glas Wasser ein, aber die Luft zwischen uns knisterte. Ich wusste, was ich wollte, und ich war nicht der Typ Frau, der um den heißen Brei herumredet. „Hör mal, Jonas“, begann ich und trat einen Schritt näher. Er saß auf einem der wackeligen Stühle, seine Finger spielten nervös mit dem Glas. „Ich hab dich nicht nur wegen der Mitfahrgelegenheit gefragt. Ich will dich. Jetzt.“ Seine Augen weiteten sich, er lachte kurz auf, ungläubig. „Du verarschst mich.“
Ich lächelte nur, zog mir in einer fließenden Bewegung mein Top über den Kopf und ließ es auf den Boden fallen. Darunter trug ich einen schwarzen Spitzen-BH, der meine Kurven betonte. Seine Augen klebten an mir, ich sah, wie sein Atem schneller ging. „Du kannst gehen, wenn du willst. Oder du kommst mit in mein Zimmer. Deine Entscheidung.“ Ich drehte mich um und ging langsam den Flur entlang, ließ die Tür zu meinem Schlafzimmer offen. Mein Herz hämmerte, aber ich hörte seine Schritte hinter mir. Er war da.
Im Zimmer war es dämmrig, nur das Licht der Straßenlaterne schien durch die halb zugezogenen Vorhänge. Ich drehte mich zu ihm um, und ohne ein weiteres Wort zog ich ihn zu mir. Unsere Lippen trafen sich, zuerst vorsichtig, fast tastend. Er schmeckte nach Bier und ein bisschen nach Salz, seine Hände lagen unsicher an meiner Taille. Ich drückte mich enger an ihn, spürte die Wärme seines Körpers durch sein Shirt. „Entspann dich“, flüsterte ich gegen seinen Mund, und dann küsste ich ihn tiefer, fordernder. Seine Hände wurden mutiger, glitten über meinen Rücken, zogen mich noch näher.
Ich schob ihn rückwärts, bis er auf der Bettkante saß, und kniete mich vor ihn. Meine Finger machten sich an seinem Gürtel zu schaffen, ich hörte, wie sein Atem stockte. „Du musst nichts tun, was du nicht willst“, sagte ich leise, aber er schüttelte nur den Kopf, seine Augen dunkel vor Verlangen. Ich zog seine Jeans runter, seine Boxershorts gleich mit, und nahm ihn in die Hand. Er war hart, und ich spürte, wie er unter meiner Berührung zuckte. Langsam ließ ich meine Zunge über ihn gleiten, nahm ihn in den Mund, während ich ihn ansah. Sein Kopf fiel zurück, ein leises Stöhnen entkam ihm, und das reichte mir, um zu wissen, dass er es wollte.
Ich spielte mit ihm, mal langsam, mal schneller, ließ meine Zunge über jede empfindliche Stelle tanzen, bis seine Hände sich in meine Haare krallten. „Fuck, Lisa“, flüsterte er, meine Name wie ein Flehen auf seinen Lippen. Ich grinste innerlich, stand auf und zog den Rest meiner Klamotten aus. Er sah mich an, als wäre ich ein Kunstwerk, und ich fühlte mich in dem Moment auch so. Nackt, selbstbewusst, voller Lust. „Komm“, sagte ich, zog ihn hoch und drückte ihn aufs Bett.
Ich setzte mich rittlings auf ihn, meine Hände auf seiner Brust, während ich mich langsam auf ihn sinken ließ. Wir stöhnten beide auf, als ich ihn in mir spürte, die Dehnung, die Hitze, das Gefühl, ihn komplett zu haben. Ich bewegte mich erst vorsichtig, ließ meinen Körper an ihn gewöhnen, aber dann wurde ich schneller, meine Hüften kreisten, rieben sich an ihm. Seine Hände packten meine Oberschenkel, sein Blick war voller Lust, fast verzweifelt. „Verdammt, du fühlst dich so gut an“, keuchte er, und ich beugte mich runter, küsste ihn wild, während ich mich weiter bewegte.
Die Spannung in meinem Körper baute sich auf, jede Bewegung brachte mich näher an den Rand. Ich richtete mich wieder auf, stützte mich auf seiner Brust ab und ritt ihn härter, ließ mich ganz von dem Gefühl leiten. Seine Hände glitten zu meinen Brüsten, kneteten sie, spielten mit meinen Nippeln, bis ich leise aufschrie. „Nicht aufhören“, flüsterte ich, und er tat es nicht. Er stieß von unten in mich, passte sich meinem Rhythmus an, bis ich spürte, wie die Wellen in mir losbrachen. Mein ganzer Körper zitterte, ich warf den Kopf zurück, ein lauter Schrei entkam mir, als ich kam, so intensiv, dass ich für einen Moment dachte, ich würde die Kontrolle verlieren.
Er war noch nicht fertig, ich spürte es, also verlangsamte ich, beugte mich wieder zu ihm runter und küsste ihn, während ich mich weiter bewegte, aber sanfter. „Wie willst du’s?“, fragte ich, meine Stimme heiser vor Lust. Er sah mich an, fast schüchtern, aber dann sagte er: „Dreh dich um.“ Ich grinste, stieg ab und kniete mich aufs Bett, meinen Hintern ihm zugewandt. Ich spürte seine Hände an meinen Hüften, wie er sich hinter mir positionierte, und dann drang er wieder in mich ein, diesmal tiefer, härter. Ich stöhnte laut, meine Finger krallten sich in die Laken, während er mich nahm, seine Bewegungen zuerst unsicher, dann immer selbstbewusster.
Die Position war intensiv, ich spürte ihn so tief, dass jeder Stoß mich fast an den Rand eines weiteren Höhepunkts brachte. Seine Hände hielten mich fest, ich hörte sein schweres Atmen, seine leisen Flüche, und ich wusste, dass er nah dran war. „Komm für mich“, flüsterte ich, drehte den Kopf, um ihn anzusehen. Sein Blick traf meinen, und dann spürte ich, wie er sich in mir ergoss, ein tiefes Stöhnen aus seiner Kehle, während sein Körper zitterte. Ich ließ mich nach vorne sinken, zog ihn mit mir, bis wir beide schwer atmend auf dem Bett lagen, seine Arme um mich geschlungen.
Wir blieben eine Weile so liegen, schweißnass, die Haut aneinander klebend, unser Atem langsam beruhigend. Ich spürte seinen Herzschlag unter meiner Wange, und ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus. Es war nicht nur der Sex – obwohl der verdammt gut war – es war das Gefühl, dass ich ihm etwas gegeben hatte, was über das Körperliche hinausging. Jonas war nicht nur ein Typ von einer Party. Er hatte etwas an sich, eine Verletzlichkeit, die mich berührt hatte, und eine Stärke, die er selbst vielleicht noch nicht sah.
Ich drehte mich in seinen Armen, küsste ihn sanft auf die Lippen, und er erwiderte es, fast zärtlich. Wir sprachen nicht viel in diesem Moment, es war auch nicht nötig. Unsere Körper hatten genug gesagt. Und während wir da so lagen, in meinem kleinen Zimmer, mit dem Berliner Nachtlärm vor dem Fenster, fühlte sich alles für einen Moment einfach nur richtig an.



