Es war ein lauer Sommerabend, als ich die letzten Vorbereitungen für das Abendessen traf, das meine Freundin Lena und ich für unsere neuen Nachbarn organisiert hatten. „Es wird Zeit, dass wir Mia und Tom richtig willkommen heißen“, hatte Lena vor ein paar Tagen gesagt, während sie die Einladungskarten auf unserem Küchentisch ausgebreitet hatte. Ich hatte genickt, obwohl mein Magen sich bei dem Gedanken an Mia auf eine Weise zusammenzog, die ich nicht erklären konnte – oder wollte.
Seit unserem ersten Zusammentreffen vor zwei Wochen, als wir uns bei einem spontanen Spaziergang im Park über den Weg gelaufen waren, konnte ich Mia nicht aus meinem Kopf kriegen. Sie hatte mich mit einem Blick angeschaut, der mich förmlich ausgezogen hatte, und ihre samtige Stimme, als sie sich vorgestellt hatte, hallte noch immer in meinen Ohren wider. Lena hatte nichts bemerkt, sie plauderte fröhlich mit Tom über den besten Bäcker in der Gegend, während Mia und ich uns wie zwei Verschwörer angegrinst hatten. Seitdem lief ein heißes Spiel zwischen uns – versteckte Blicke, anzügliche Nachrichten und eine Spannung, die mit jedem Tag wuchs.
Am Tag des Dinners summte mein Handy ununterbrochen in meiner Hosentasche. Gegen Mittag kam die erste Nachricht von Mia. Ich zähle die Minuten, bis ich dich heute Abend sehe. Hoffentlich bist du bereit. Meine Hände zitterten, als ich eine kurze Antwort tippte: Ich freu mich drauf. Es war eine Lüge, denn in Wahrheit hatte ich keine Ahnung, wie ich diesen Abend überstehen sollte, ohne dass Lena etwas merkte.
Eine Stunde bevor sie kommen sollten, während ich gerade die Pasta vorbereitete, vibrierte mein Handy erneut. Ich stelle mir vor, wie du schmeckst. Ich hoffe, du hast Hunger… auf mehr als nur Essen. Ich musste das Messer weglegen und tief durchatmen, mein Puls raste. Es war Wahnsinn, was Mia mit mir machte – und ich konnte nichts dagegen tun.
Als Mia und Tom schließlich ankamen, schien alles auf den ersten Blick normal. Tom hatte eine Flasche Rotwein dabei, Lena spielte die perfekte Gastgeberin, und wir saßen im Wohnzimmer, plauderten über banale Dinge wie das Wetter und die neuesten Filme. Doch die Luft zwischen Mia und mir knisterte wie ein Gewitter, das kurz davorstand, loszubrechen. Sie trug ein enges schwarzes Kleid, das ihre Kurven betonte, und jedes Mal, wenn sie mich ansah, lag ein Versprechen in ihren Augen, das nur ich verstand. Als sie mir ein Glas Wein reichte, streifte ihre Hand meine, länger als nötig, und ich spürte, wie eine Hitzewelle durch meinen Körper schoss.
Beim Essen saßen wir uns gegenüber, und während Lena und Tom in ein Gespräch über eine Serie vertieft waren, spürte ich plötzlich etwas an meinem Bein. Es war Mias Fuß, der langsam und gezielt an meinem Unterschenkel entlangglitt. Ich zuckte zusammen und verschluckte mich fast an meinem Wein. Lena sah mich besorgt an. „Alles okay, Schatz?“ – „Ja, alles gut“, krächzte ich und räusperte mich, während Mia mir gegenüber ein winziges, siegessicheres Lächeln schenkte. Mein Handy vibrierte erneut, und ich riskierte einen Blick unter dem Tisch. Ich wünschte, ich wäre jetzt unter diesem Tisch, statt hier zu sitzen. Mein Herz hämmerte so laut, dass ich dachte, alle müssten es hören.
Nach dem Hauptgang stand ich auf. „Ich hol noch ’ne Flasche Bier aus der Garage für dich, Tom“, sagte ich, bemüht, meine Stimme ruhig klingen zu lassen. „Oh, ich helf dir!“, warf Mia ein und sprang auf, vielleicht eine Spur zu schnell. „Ich schnapp mir auch gleich meine Jacke aus dem Auto, mir ist etwas kalt.“ Lena und Tom nickten nur, ohne etwas zu ahnen, und setzten ihr Gespräch fort. Mein Magen krampfte sich zusammen, als ich mit Mia in die Garage ging und die Tür hinter uns ins Schloss fiel.
Kaum waren wir allein, drückte sie mich gegen die Wand, ihre Hände fest auf meiner Brust. „Du machst mich verrückt“, flüsterte sie, ihre Stimme rau und voller Verlangen. „Mia, das ist Wahnsinn. Die sind direkt nebenan“, brachte ich hervor, aber meine Worte klangen schwach, fast flehend. „Ich weiß“, hauchte sie, ihre Augen blitzten wild. „Genau das macht es so geil. Du hast zwei Minuten.“
Bevor ich reagieren konnte, kniete sie sich auf den kalten Betonboden, ihre Finger fanden den Reißverschluss meiner Jeans und öffneten ihn mit einer Schnelligkeit, die keine Fragen offenließ. Als sie mich in den Mund nahm, explodierte mein Kopf fast vor Lust. Es war roh, drängend, ein Akt der puren Verzweiflung, während die Stimmen von Lena und Tom durch die dünne Tür zu hören waren. Der Kick, erwischt zu werden, machte mich fast wahnsinnig. Ihre Bewegungen waren gierig, fordernd, und ich spürte, wie ich den Boden unter den Füßen verlor.
Plötzlich lachte Lena laut auf, ihre Stimme so nah, dass wir beide erstarrten. Mia zog sich zurück, wischte sich mit dem Handrücken über den Mund und stand auf, während ich noch völlig benebelt versuchte, meine Atmung unter Kontrolle zu bekommen. „Nicht hier“, flüsterte sie, ihre Augen glühten vor unterdrückter Lust, als sie ihr Kleid glattstrich. „Aber bald.“ Sie schlüpfte durch die Seitentür, als würde sie tatsächlich ihre Jacke holen, während ich die Bierflasche schnappte und zurück ins Haus stolperte, mein Herz noch immer rasend.
Der Rest des Abends war ein Nebel aus höflichen Lächeln und gezwungener Konversation. Ich konnte kaum klar denken, mein Körper vibrierte noch von dem, was eben passiert war. Als Mia und Tom endlich gingen, fiel eine tonnenschwere Last von meinen Schultern – aber auch eine brennende Sehnsucht blieb zurück. Lena schlief schnell ein, während ich noch wach lag, unfähig, meine Gedanken zu ordnen. Da leuchtete mein Handy auf. Das war nur ein Vorgeschmack. Beim nächsten Mal beende ich, was ich angefangen habe. Und du kommst mir nicht so leicht davon.
Die folgenden Tage waren eine Qual. Jede Nachricht von Mia war wie ein Stromschlag, der mich gleichzeitig erregte und quälte. Ich wusste, dass ich das beenden musste, bevor es außer Kontrolle geriet – aber ein Teil von mir wollte nichts anderes, als sich in diese Gefahr zu stürzen. Es dauerte eine Woche, bis sich die nächste Gelegenheit ergab. Mia hatte mir geschrieben, dass Tom geschäftlich unterwegs sei und Lena zufällig an diesem Abend mit einer Freundin ins Kino wollte. Komm zu mir. Heute Nacht. Keine Ausreden.
Mein Herz schlug mir bis zum Hals, als ich um 21 Uhr vor ihrer Tür stand. Sie öffnete in einem seidenen Morgenmantel, der kaum etwas verbarg, ihre Haare fielen in wilden Wellen über ihre Schultern. „Ich wusste, dass du kommst“, sagte sie mit einem Lächeln, das mich sofort in ihren Bann zog. Sie zog mich ins Haus, die Tür fiel hinter mir ins Schloss, und ohne ein weiteres Wort küsste sie mich so hart, dass mir der Atem wegblieb. Ihre Lippen waren gierig, ihre Zunge fordernd, und ich spürte, wie all die aufgestaute Spannung der letzten Wochen aus mir herausbrach.
Wir stolperten ins Wohnzimmer, ihre Hände zerrten an meinem Shirt, während ich den Knoten ihres Morgenmantels löste. Darunter war sie nackt, ihre Haut schimmerte im warmen Licht der Lampe, und ich konnte nicht anders, als sie anzustarren. „Gefällt dir, was du siehst?“, hauchte sie, und ich konnte nur nicken, bevor ich sie auf die Couch drückte. Meine Hände erkundeten jeden Zentimeter ihres Körpers, ihre Haut war weich und warm, und sie stöhnte leise, als ich ihre Brüste küsste, meine Zunge über ihre empfindlichen Spitzen gleiten ließ. Sie krallte ihre Nägel in meinen Rücken, ihre Beine schlangen sich um meine Hüften, und ich spürte, wie sehr sie mich wollte.
„Nicht so schnell“, flüsterte sie und schob mich zurück, nur um sich auf mich zu setzen. Sie rieb sich an mir, meine Jeans noch zwischen uns, aber die Reibung war schon jetzt unerträglich. Sie zog mir die Hose aus, langsam, fast quälend, und als sie mich endlich befreite, nahm sie mich in die Hand, ihre Berührung fest und zielstrebig. „Ich hab die ganze Woche an das hier gedacht“, murmelte sie, bevor sie sich über mich beugte und mich mit ihren Lippen umschloss, so wie in der Garage, nur diesmal ohne Zeitdruck, ohne Angst vor Entdeckung. Ich warf den Kopf zurück, ein Stöhnen entfuhr mir, und sie schien jeden Laut von mir zu genießen, ihre Bewegungen wurden intensiver, bis ich dachte, ich würde gleich explodieren.
Aber sie stoppte, gerade rechtzeitig, und grinste mich an. „Noch nicht. Ich will dich richtig spüren.“ Sie zog mich hoch, führte mich ins Schlafzimmer, wo ein großes, einladendes Bett wartete. Sie legte sich hin, spreizte die Beine und sah mich mit einem Blick an, der pure Einladung war. Ich kniete mich zwischen ihre Schenkel, küsste die Innenseite ihrer Beine, bis ich ihre Mitte erreichte. Ihr Geschmack war berauschend, und ich ließ mir Zeit, sie zu erkunden, meine Zunge kreiste um ihre empfindlichste Stelle, bis sie sich unter mir wand, ihre Hände in meinen Haaren vergraben. „Bitte“, keuchte sie, „ich brauch dich jetzt.“
Ich richtete mich auf, positionierte mich über ihr und drang langsam in sie ein, spürte, wie sie sich um mich schloss, warm und eng. Wir bewegten uns erst vorsichtig, fanden einen Rhythmus, der uns beide in den Wahnsinn trieb. Sie schlang ihre Beine um mich, zog mich tiefer, und ich konnte nicht mehr denken, nur noch fühlen. „Härter“, flüsterte sie, und ich gehorchte, unsere Bewegungen wurden schneller, verzweifelter, bis sie aufschrie, ihr Körper unter mir erzitterte. Das war zu viel für mich, ich konnte mich nicht länger zurückhalten, und mit einem letzten, tiefen Stoß kam auch ich, die Welt um mich herum löste sich auf in einem Moment purer Ekstase.
Doch wir waren noch nicht fertig. Nach einer kurzen Pause, in der wir keuchend nebeneinanderlagen, rollte sie sich auf mich, ihre Augen funkelten vor neuer Energie. „Auf die Knie“, befahl sie, und ich tat, was sie sagte, während sie sich vor mich stellte, ihren Rücken an mich gedrückt. Ich nahm sie von hinten, meine Hände an ihren Hüften, ihre Bewegungen bestimmend, während sie sich an das Kopfteil des Bettes klammerte. Der Winkel war perfekt, jeder Stoß brachte sie näher an den nächsten Höhepunkt, und ich spürte, wie sie sich wieder um mich zusammenzog, bevor sie ein weiteres Mal kam, diesmal noch lauter, noch wilder. Ich folgte ihr kurz darauf, völlig erschöpft, aber unfassbar befriedigt.
Wir lagen danach lange einfach nur da, ihre Hand auf meiner Brust, mein Arm um sie geschlungen. Es war seltsam, diese Intimität nach all der Heimlichkeit, und doch fühlte es sich richtig an – zumindest in diesem Moment. „Was machen wir jetzt?“, fragte ich schließlich, die Realität sickerte langsam wieder in meinen Kopf. Mia lächelte schief. „Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass ich das hier nicht so leicht aufgebe.“
Ich nickte, unfähig, etwas zu sagen. Die Schuldgefühle würden später kommen, das wusste ich. Aber in dieser Nacht, in ihren Armen, gab es nur uns. Und ich wusste, dass das nicht das letzte Mal war, dass wir uns so nahe sein würden – egal, wie gefährlich es war.



