Es war ein warmer Juliabend, und die Luft am Bodensee roch nach Sommer, nach Seegras und dem Duft von gegrilltem Fisch aus den Restaurants in der Ferne. Ich saß auf der Terrasse der Ferienwohnung, die unsere alte Freundesclique für ein Wochenende gemietet hatte. Ein Wiedersehen, zehn Jahre nach dem Abitur. Die meisten waren schon in Lindau, um in der Altstadt zu Abend zu essen, aber ich hatte mich entschieden, zurückzubleiben. Mir war nach Ruhe – oder so redete ich mir ein.
Dann hörte ich Schritte. Jonas kam die Holztreppe zur Terrasse hoch, in einer Hand ein Bier, in der anderen sein Handy. „Na, Einzelgänger?“, grinste er und ließ sich auf den Stuhl gegenüber fallen. Mein Herz machte einen kleinen Sprung. Jonas. Mein ehemaliger Stiefbruder. Unsere Eltern hatten sich vor Jahren getrennt, und seitdem hatten wir uns kaum gesehen. Er war älter geworden, breiter, mit einem Dreitagebart und diesem selbstsicheren Blick, der mich schon als Teenager nervös gemacht hatte. Jetzt, mit 29, war er ein Mann, der wusste, was er wollte. Und ich? Ich war 27, Single, und irgendwie fühlte ich mich in seiner Gegenwart wieder wie 17.
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